Namibia
mit Mietwagen und Dachzelt durch Namibia – mit Abstecher nach Botswana und Zimbabwe zu den Victoriafällen
21.4. – 20.5.2011

Webervögel-Nester

Da wir auf unserer ersten Reise nach Namibia unsere geplante Route nicht zu Ende fahren konnten besuchen wir das Land ein zweites Mal.
Donnerstag, 21.4. bis Freitag, 22.4.
Mit einem Nachtflug geht’s von München nach Johannesburg und dann weiter nach Windhoek.
Wir landen am Vormittag in Windhoek, wo uns das Taxi schon erwartet, welches uns zur Autovermietung bringt.
In der Britz-Station werden wir schon erwartet. Wir haben einen Toyota Hilux Single Cab mit Dachzelt bestellt. Der Wagen wird ordentlich übergeben, mit allen notwendigen Erläuterungen, dann geht’s erst einmal zur Tankstelle. Dort werden wir gleich eine Menge Geld los, in den Tank passen 150l hinein. Nach dem wir uns mit Lebensmitteln und Wasser eindeckt haben, fahren wir zum Lake Oanob. Diesen Campingplatz kennen wir noch von unserer ersten Reise. Die Regenzeit war dieses Jahr ausgesprochen stark, was an den Straßen erkennbar ist.

Namib nahe Soussusvlei

Samstag, 23.4. bis Sonntag, 24.4.
Über Rehoboth und Kalkrand fahren wir Richtung Soussusvlei. Es ist wunderschön hier. Das Camp im Nationalpark ist sehr voll, wir bekommen nur mehr einen Platz am Overflow, was uns aber nicht stört. Am Abend essen wir traumhaft gutes Oryx-Steak.
Bei Sonnenaufgang wird das Tor zum NP geöffnet. Jedes Auto wird registriert, dann dürfen wir hinein. Die Straße bis zum Parkplatz ist sogar asphaltiert! Das ist krank. Der Weg zum NP ist ja auch Piste. Nur die letzten paar Kilometer darf man nur mit 4x4 fahren. Hier gibt’s tiefen Sand. Heuer ist die Wüste grün, da es so viele Niederschläge gegeben hat. Wir sehen Springböcke, Strauße, Oryx und einen Schabrakenschakal. Durch den vielen Regen gibt es sogar noch den See, der in anderen Jahren ausgetrocknet ist. Am Rückweg schauen wir auch noch beim Sesriem Canyon vorbei. Der Fluß, den es in regenreichen Jahren hier gibt, hat einen tiefen Canyon geformt, darin kann man jetzt wandern. Wasser ist nicht mehr viel drinnen.

Mirabib

Montag, 25.4.bis Dienstag, 26.4.
Mit einem Permit für den Namib Naukluft NP in der Tasche geht’s Richtung Norden. In Solitär manchen wir natürlich Halt und kosten den legendären Apfelkuchen. Die Landschaft ist herrlich, die Piste unterschiedlich gut. Bei der Zebra Pan – einer künstlich angelegten Wasserstelle – gibt es leider keine durstigen Tiere. Die finden im Moment anderswo auch noch Wasser. Wir können nur Strauße und Zebras in der Ferne beobachten. Wir bleiben im NP und suchen uns ein Platzerl im Mirabib Campingplatz. Um einen Felsen herum wurden (weit voneinander entfernt) einige Stellplätze errichtet. Es gibt einen Sitzplatz und eine Feuerstelle und viel Natur.
Es geht weiter nach Swakopmund. Auf dem Weg zur Salzmine sehen wir viele Flamingos und Pelikane. In der Desert Sky Backpapers Lodge bleiben wir und erkunden die schöne Stadt.

Spitzkoppe

Mittwoch, 27.4.
Heute geht’s weiter zum Cape Cross. Wir haben Glück, es gibt keinen Nebel. Die Seehund Kolonie riecht man schon von weitem. Man kommt hier sehr nahe an diese niedlichen Tiere heran. Nach einem ausgiebigen Besuch bei den Seehunden fahren wir über eine schöne Salzpiste landeinwärts. Unser Ziel ist Spitzkoppe. Auch dort gibt es einen „Campingplatz“. In der Nähe von Bushmans Paradise finden wir eine schöne Stelle zum Campen und ziehen dann zu Fuß los. Die Gegend ist überwältigend schön. Den Abend lassen wir mit einem Glas Wein unter dem grandiosen Sternenhimmel ausklingen.

Skorpion bei Khowarib

Donnerstag, 28.4. bis Freitag, 29.4.
Auf dem Weg zum Brandberg ist wegen des Wassers die Piste gesperrt. Auch auf der Umleitungsstecke ist bei einer betonierten Furt ein Teil weggerissen worden, man kommt aber durch. Im Petrified Forest kann man einige Welwitschas bewundern und natürlich versteinerte Baumstämme, die zwischen 240 und 260 Mio. Jahre alt sind.
Im Abu Huab Camp ist in der Nacht eine Zebraherde an unserem Auto vorbei gezogen. Leider haben wir nichts davon mitbekommen. Wir fanden nur am nächsten Morgen die Spuren im Sand.
Eigentlich möchten wir zu den Organ Pipes, aber irgendwo biegen wir falsch ab, wir finden sie nicht. Dafür können wir einem Auto weiterhelfen, welches sich in einer Furt festgefahren hat.
Die Lodge in Sesfontain ist nicht unsere Preisklasse. Wir fahren zurück nach Khowarib, wo wir am Community Camp den letzten Platz erwischen. Am Abend besucht uns ein Skorpion. Es ist ein heller mit kleinen Zangen, der soll extra giftig sein, erklärt man uns.

Himba

Samstag, 30.4.bis Montag, 2.5.
Es geht weiter Richtung Norden. Wir sehen unsere ersten Kudus. Die Landschaft ist irgendwie unwirklich, weil durch den vielen Regen alles grün ist. In Opuwo, der einzigen größeren Stadt im Norden kann man alles kaufen, was man so braucht. Die Auswahl ist wirklich gut hier. Dann zieht es uns weiter, wir wollen ins Kaokoveld zu den Himbas. Die Piste ist trotz Regen viel besser als erwartet. Wir sind jetzt ganz im Norden. Hier bildet der Kunene die Grenze zu Angola. Der Fluss hat den Campingplatz weggespült, wir bleiben in einer Lodge. Auch hier wurde eine Hütte vom Wasser zerstört. Die Epupa Falls sind sehr beeindruckend, vor allem jetzt, da der Kunene noch so viel Wasser führt.
Mit einem Guide fahren wir zu einem Himba Dorf, wo wir Einblick in das Leben bekommen und dürfen ausgiebig fotografieren. Die Kinder sind sehr zutraulich und lieb. Der Geruch der Menschen, die sich mit ranziger Butter und roter Erde einschmieren ist gewöhnungsbedürftig und bleibt noch lange an mir haften.

Elefant

Dienstag, 3.5. bis Donnerstag, 5.5.
Heute geht’s zu den Ruacana Falls. Auch hier stürzt der Kunene über eine steile Felskante in die Tiefe. Ein Stückchen weiter oben wurde ein Kraftwerk errichtet. Dann geht’s weiter nach Osten. Die Gegend hier ist sehr fruchtbar und flach. 45 % der Bevölkerung von Namibia leben hier. Über das King Natale Iya Mpingana Gate wollen wir in den Etosha NP hineinfahren. Die Piste ist ohne Allrad nicht zu schaffen, drei tiefe Wasserlöcher sind zu bewältigen. Ein normaler PKW hat es trotzdem versucht, der ist leider in einem Loch hängengeblieben…
Kaum sind wir im Park angekommen, sehen wir unsere ersten Giraffen! Zebras, Springböcke, Strauße, Streifengnus, Warzenschweine lassen sich blicken.
In Namutomi ist das Camp leider voll. Wir müssen weiter nach Halali. Jetzt aber schnell, sonst können wir nicht mehr hinein. Kurz vor dem Camp steht ein Elefant am Straßenrand. Wir halten an und beobachten ihn beim Fressen. Es passt ihm überhaupt nicht, dass wir jetzt da sind.

Impala-Männchen

Schließlich erreichen wir Halali und bleiben zwei Nächte. Die Wasserstelle ist leider nicht gut besucht, aber heuer gibt es ja überall genug Wasser.
Wir fahren zwei Tage im Park herum und können viele Tiere beobachten. Einige Straßen sind wegen der vergangenen Regenfälle gesperrt. Man sieht aber auch so genug.
Für eine Nacht bekommen wir dann noch in Namutomi Platz, so dass wir auch diesen Teil des Parks noch besuchen können. Hier können wir dann wieder Elefanten beobachten, dieses Mal sind sie besser aufgelegt. Auch am Abend am Wasserloch ist hier mehr los.

Lodge am Sambesi

Freitag, 6.5. bis Samstag, 7.5.
Wir verlassen den Etosha NP in Richtung Osten. Die Bauweise der Hütten ändert sich, hier sind die Hütten auf einmal rund und mit Gras gedeckt. Die starken Regenfälle haben auch hier ihre Spuren hinterlassen. Die Straße zum Campingplatz steht unter Wasser, der Platz ist gesperrt. Wir übernachten in einer kleinen Lodge.
Jetzt geht’s in den Caprivi Streifen hinein. In Katima Mulilo bleiben wir in einer Lodge am Sambesi. Hier gibt es zahmes Warzenschwein, das ganz zutraulich ist – man muss alle Türen zusperren sonst folgt es einem sogar bis ins Bad. Die Affen sind ziemlich lästig, man darf nichts unbeobachtet stehen lassen. Durch das viele Wasser und der hohen Strömung haben sich die Krokodile und Hippos verzogen und wir sehen leider keines dieser Tiere.

Victoria-Fälle

Sonntag, 8.5.
Wir reisen weiter nach Botswana. An der Grenze wird die Kühlbox genau kontrolliert. Unsere Gurken dürfen nicht mit. Nachdem wir über einen Seuchenteppich gefahren sind (wir müssen auch alle Schuhe von uns desinfizieren) geht’s durch den Chobe NP zur Grenze nach Zimbabwe. Hier gibt’s viel Papierkram, auch wegen des Autos. Aber alle sind sehr nett. Dann haben wir es geschafft. Etwas später kommen wir zu einer Polizeikontrolle. Der Polizist freut sich ehrlich, uns zu sehen. Touristen sind sehr rar geworden in diesem Land. Von weitem hört man schon das Tosen des Wassers. Der Sambesi stürzt über die Victoria Falls in die Tiefe. Ein beeindruckendes Schauspiel. Man braucht einen Regenmantel da die Gischt wie starker Regen herunterfällt. Zu Fuß gehen wir über die Brücke dann noch über die Grenze nach Sambia, auf die andere Seite.

Kinder des Mafwa-Stammes

Montag, 9.5. bis Dienstag, 10.5.
Nach einem Stadtbummel geht’s zurück zur Grenze. Über Botswana fahren wir zurück zum Caprivi Streifen. Wir besuchen ein Living Museum des Mafwa-Stammes, wo die Mitglieder des Stammes uns ihre Lebensweise näherbringen. Dann fahren wir weiter zu den Popa Falls. Die Lodge, die wir eigentlich anfahren wollten, ist wegen des Hochwassers noch nicht erreichbar. Bei der anderen Lodge bekommen wir noch den letzten Platz, der nicht mehr überflutet ist. Die Plätze sind groß, jeder hat eine schöne Feuerstelle. Mit einem Boot fahren wir dann zu den Popa Falls. Ein Wunder, dass das Boot überhaupt schon fährt, der Okawango führt noch sehr viel Wasser. Auf einer kleinen Insel im Fluss liegen Krokodile faul herum. Die Hippos sind alle im Wasser, sodass wir ihre wahre Größe nicht sehen können. Aber der Kopf ist auch schon beeindruckend.

Phillips Cave

Samstag, 14.5.
Okahandia ist bekannt für seine Schnitzermärkte. Wir stöbern lange und kaufen dann einige Mitbringsel. Den im Reiseführer beschriebenen Campingplatz mit Thermalbad in Groß Barmen gibt’s leider nicht (mehr?). Wir müssen zurück nach Okahandia.

Sonntag, 15.5.
Nach einer kalten Nacht (5 Grad) fahren wir zur Ameib Ranch. Von dort kann man zur Bulls Party und zur Phillips Cave wandern.
Bis zur Bulls Party kann man mit dem Auto fahren. Auf dem roten Felsen liegen haufenweise riesengroße rote Steine. Der Felsen ist schön griffig, wir wandern hinauf und haben einen tollen Ausblick.
Dann geht’s weiter zum „Parkplatz“ von wo aus man zur Phillips Cave wandern kann. Diese steht unter Naturschutz – wegen der Felszeichnungen. Der Weg führt quer durchs Gelände über eine Hügelkette und an interessanten Bäumen vorbei, ist aber gut markiert. Bei der Hitze allerdings etwas mühsam. Als Belohnung gönnen wir uns dann auf der Farm ein Game Steak.

Blutkuppe

Montag, 16.5.bis Freitag, 20.5.
Es geht noch einmal nach Swakopmund hinaus. Wir kaufen ein Permit für die Blutkuppe. Der direkte Weg dorthin ist leider nicht passierbar, eine Brücke wurde vom Hochwasser weggerissen. Wir fahren daher den Umweg über Walvis Bay.
Wir genießen unseren letzten Tag in „Freiheit“ und streifen durchs Gelände. Am Abend steht dann der Vollmond über der Steppe. Nach einer sehr windigen Nacht brechen wir auf. Die Landschaft ist wunderbar. Wir fahren über den sehr steilen Boshua Pass (er ist für LKW und Busse gesperrt) Richtung Windhoek. Man schraubt sich – teilweise im ersten Gang – bis auf 1.818 m hinauf! Die Straße ist ein toller Abschluss von einem unserer schönsten Urlaube.