Albanien
Reise durch Albanien mit Abstechern nach Montenegro und Mazedonien
28.5. – 26.6.2014

Dubrovnik

Von Albanien gibt es nicht allzu viel brauchbare Reiseführer. Wir haben im Internet allerdings einen Offroad-Reiseführer gefunden. Die darin beschriebenen Touren haben wir zu Hause schon ins Navi gespeichert.
Mittwoch, 28.5. bis Freitag, 30.5.
Da wir in Leibnitz noch etwas zu erledigen haben, nehmen wir den Grenzübergang Eibiswald nach Slowenien. Wir möchten die Autobahn wenn möglich vermeiden. Die Strecke ist sehr schön zu fahren, allerdings kommt man nicht schnell voran. Bei Vrbovsko geht’s nach Kroatien. In Kroatien fahren wir dann allerdings bis Novigrad doch ein Stück auf der Autobahn. Dann gondeln wir an der Küste entlang nach Süden bis Dubrovnik.

Kotor

Samstag, 31.5.
Bevor es weitergeht, besichtigen wir natürlich die Stadt. Wir finden sogar nahe der Stadtmauer einen Parkplatz. Dann geht’s durch die schöne Altstadt. Leider sind sehr viele Touristen von den Kreuzfahrtschiffen unterwegs. Von der Stadtmauer hat man einen herrlichen Überblick über die Stadt. Nach einem Kaffee (mit Touristenaufschlag) fahren wir weiter nach Montenegro. An der Grenze brauchen wir 40 Minuten zum Einreisen, es wird sehr genau kontrolliert, aber alle sind nett.
In der Altstadt von Kotor fühlen wir uns wohl, die Stadt hat Flair. Nach einem Rundgang geht’s aber trotzdem weiter. Über schmale Straßen mit vielen Kehren fahren wir ins Landesinnere Richtung Podgorica.

Grenze Albanien

Sonntag, 1.6.
Es geht weiter nach Gusinje zur Grenze nach Albanien. Der Grenzübertritt ist schnell erledigt, leider beginnt es zu regnen. Die erste Brücke nach dem Grenzhäuschen gibt uns schon einmal einen Vorgeschmack auf die zu erwartenden Straßenverhältnisse. Über ein großes Loch mitten in der Brücke kann man zum Wasser hinunter schauen – der Rest ist auch nicht Vertrauen erweckend. Durch das Vermosh Tal geht’s hinunter zum Shkodra See. Es schüttet in Strömen, die Sicht ist leider sehr eingeschränkt. Erst kurz vorm See kommt die Sonne durch. Am Shkodra See gibt es einen hübschen Campingplatz mit Restaurant, hier bleiben wir.

Dorfweg in Thet

Montag, 2.6. bis Dienstag, 3.6.
Über die Nordroute fahren wir heute ins wunderschöne Teth-Tal. Ein Stück der Straße wird gerade asphaltiert, dann geht’s auf Piste weiter. Wir nehmen natürlich die alte Zufahrt zum Ort durchs Wasser, über eine Brücke kann ja jeder fahren… Das Auto muss beim Fluss stehen bleiben, den Ort kann man nur zu Fuß erreichen. Wir fühlen uns um 100 Jahre zurückversetzt. Wir bleiben über Nacht in Teth und nehmen am nächsten Tag die Südroute zurück. Die Landschaft ist beeindruckend, die Piste etwas mühsam. Für die 55 km brauchen wir 5 1/2 Stunden. Aber die Tour zahlt sich aus.

Koman Stausee

Mittwoch, 4.6. bis Donnerstag, 5.6.
Unser nächstes Ziel ist der Koman Stausee. Da die Autofähre einige Jahre zuvor gesunken ist, muss das Auto in Koman bleiben und wir fahren mit dem Personenschiff. Der Stausee liegt schön eingebettet in den Bergen. Leider schwimmen am See unzählige Plastikflaschen. Das Müllproblem ist in Albanien allgegenwärtig. Schade. An den Hängen sieht man dann und wann Häuser. Die Menschen hier können nur mit dem Boot zu ihren Häusern. Straßen gibt es hier nicht.

Camp an der Schwarzen Drin

Freitag, 6.6. bis Samstag, 7.6.
Wir genießen die schöne Landschaft und fahren über Kukes ins Tal des schwarzen Drin und weiter über Nebenstraßen Richtung Ohrid-See. In dieser Gegend fühlt sich unser Landy wohl, das sind die richtigen Wege für ihn. Wir finden wunderschöne Rastplätze und genießen die Einsamkeit. Ab und zu kommt ein freundlicher Hirte vorbei.

Sonntag, 8.6.
Uns lockt der Ohrid-See in Mazedonien. Die Einreise ist unproblematisch und schon ist man in einer anderen Welt. Im Ort Ohrid fühlt man sich wie in Italien. Nur dass das Wasser nicht salzig ist. Nach einem Besuch im Kloster Naum beenden wir die Seenumrundung und kehren nach Albanien zurück.

Römerbrücke bei Benje

Montag, 9.6. bis Mittwoch, 11.6.
Am Presper See möchten wir zur Klosterinsel Malingrad hinausfahren. Ist zwar im Reiseführer schön beschrieben, nur wo fährt das Boot weg? Schließlich finden wir doch jemanden, der uns mit einer Nußschale hinausbringt. Die Kirche wurde in eine Felshöhle hineingebaut und ist natürlich verschlossen. Nach ein paar Fotos lassen wir uns wieder zurückbringen.

Nach diesem Abstecher gondeln wir im Osten des Landes weiter Richtung Süden nach Benje. Die Gegend ist einfach wundervoll und die Leute extrem freundlich. Hier gibt es Schwefelquellen. Wir bleiben über Nacht und haben das Heilwasser am Abend und am frühen Morgen ganz für uns alleine.
Hier ist auch die Straße (?) zum Frasher Nationalpark. Nach der Kraftwerksbaustelle geht’s so richtig zur Sache. An einigen Stellen ist die Straße abgebrochen, aber irgendwie geht es sich immer wieder aus. Erstaunlich, wo überall Menschen wohnen. Die Straße ist nicht das ganze Jahr befahrbar. Ist vermutlich nicht so schlimm, weil die meisten ohnehin kein Auto haben. Die herrliche Landschaft setzt der anspruchsvollen Strecke die Krone auf.

Handwerker in Gjirokaster

Donnerstag, 12.6.
Heute ist wieder einmal Kultur angesagt. Wir besuchen Gjirokaster. Die Altstadt ist gut erhalten und ist UNESCO-Weltkulturerbe. Es ist nicht zu übersehen, dass hier auch Reisebusse vorbeikommen. Wir besuchen auch die schöne Burg.
Und weil heute Kulturtag ist, schauen wir uns auf der anderen Talseite Antigonea an. Das hätten wir uns aber wirklich sparen können. Der Eingang ist sehr weit von den Ausgrabungen entfernt. Bei der großen Hitze zieht sich der Weg besonders. Und so sehenswert sind die paar Steine auch nicht.
Dafür ist Syri i Kalter – das Blaue Auge – wirklich schön. Im lichten Wald wandert man zur Quelle, die senkrecht von unten aus einem großen Loch heraussprudelt.

Gjippe-Beach

Freitag, 13.6.
An der Küste entlang geht’s nach Butrint, der bedeutendsten Ausgrabung aus römischer Zeit in Albanien. Die Ausgrabungen sind wirklich interessant, leider senkt sich hier der Boden und Teile stehen im Wasser. Trotz Hitze ist es angenehm, da große Teile des Weges im Wald verlaufen. Dann geht’s an der Küste entlang wieder nach Norden. Für den heutigen Abend haben wir einen besonderen Lagerplatz im Auge – Gjippe-Beach. Ein Geheimtipp unter Offroadfahrern. Die Abfahrt ist sehr steinig, es geht nur ganz langsam voran, aber unten angekommen hat man einen Strand für sich alleine. Das Meer ist wunderbar warm, wirklich ein Genuss. Wir übernachten ganz alleine in der Bucht. Das ist Urlaub vom Feinsten. Und dann noch der Sonnenuntergang…Wow.

Alte Römerstraße

Samstag, 14.6. bis Sonntag, 15.6.
Über den Llogara Paß geht’s an der Küste weiter entlang nach Norden. Immer wieder machen wir einen kurzen Abstecher zum Meer hinunter. Die Strände sind meist menschenleer.
Dann geht’s auf alten Römerstraßen wieder zurück ins Land. Diese Straßen sind manches Mal sogar besser, als die neuen Straßen. Straßenbauen können die Albaner wirklich nicht.
Berat machen wir im Schnelldurchgang zwischen zwei Regengüssen, mehr ist nicht drin. Eigentlich wäre die Altstadt schön. Die Häuser hier haben hier nur einen Steinsockel und sind dann weiß. Gar nicht typisch albanisch.
Im Landesinneren ist es dann wieder schön, für Apollonia nehmen wir uns wieder mehr Zeit. Die Ausgrabungen hier sind aber nicht so gepflegt wie in Butrint.

Steg zum Kloster Zvernic

Montag, 16.6. bis Donnerstag, 19.6.
Das Kloster Zvernic ist nur zu Fuß über einen langen Holzsteg erreichbar. Von weitem schaut alles perfekt aus, aber wir sind in Albanien. In der Mitte fehlen ein paar Stützen, alles hängt ganz schief. Ein paar Bretter fehlen auch.
Das Wasser ist dort zwar nicht tief, aber so grausig… Die Klosteranlage liegt sehr schön auf der kleinen Insel, leider darf man innen nicht fotografieren.
Der Wetterbericht meldet Regen, das wollen wir gar nicht. In diesem Urlaub sind wir auf Sonne programmiert. Es zieht uns wieder an die Küste Richtung Süden. In Himare am Campingplatz treffen wir den Autor des Offroad Reiseführers. Das Hobo Team ist dort stationiert.
Wir gondeln durch die Gegend, versuchen, dem Regen zu entkommen und fahren schließlich durch das Pindus-Gebirge (Griechenland) nach Mazedonien, durchqueren den Galicia NP zwischen Ohrid und Presper See und fahren am Schwarzen Drin entlang zur Grenze nach Albanien. Der Regen der vergangenen Tage hat das Wasser braun gefärbt. Der Fluss ist jetzt viel größer und reißend. Auch die Straßen und Brücken haben unter dem Regen gelitten. Es geht anscheinend immer noch ein bißchen schlechter und es passiert trotzdem nichts.

Valbona

Freitag, 20.6. und Samstag, 21.6.
Heute scheint wieder die Sonne. Wir wollen in die albanischen Alpen. Eines der schönsten Täler im Norden ist das Valbona Tal. Die Straße ist trotz Schotter auch für normale Autos gut zu befahren, was nicht immer so ist. Im Tal versucht man, sanften Tourismus aufzubauen. Das Markieren der Wanderwege ist allerdings noch verbesserungswürdig. Den James Lake haben wir schlicht und einfach nicht gefunden. Es war aber trotzdem schön.
Schließlich geht’s durch die Berge zurück zum Shkodra See auf „unseren“ Campingplatz. Wir gönnen uns im Restaurant noch einmal ein gutes Abendessen, es ist unser letzter Abend in Albanien.

Plitwicka Seen

Sonntag, 22.6. bis Donnerstag, 26.6.
Wir nehmen dieses Mal die Westseite des Sees unter die Räder und reisen bei Murigan aus. Die schmale und kurvige Straße verläuft hoch oben am Berg und man hat tolle Ausblicke auf den See. Schließlich fahren wir an der Küste entlang nach Norden. In Kroatien fahren wir dann ein Stück Autobahn, wir wollen einfach weiter kommen. Die Küstenstraße ist manchmal ziemlich mühsam. Wir bleiben in Trogir und bummeln durch die schöne Altstadt (UNESCO Weltkulturerbe). Für unsere Begriffe sind viel zu viele Touristen unterwegs. Auch in Biograd machen wir noch einmal Halt. Aber unser eigentliches Ziel sind noch die Plitwicka Seen. Dieser Abstecher hat sich wirklich gelohnt, der NP ist beeindruckend. Der Wald hat viele Geländestufen, auf jeder Stufe gibt es einen See, der von Wasserfällen gespeist wird. Das war wirklich ein schöner Abschluss.
Quer durchs Land fahren wir zurück zur Küste. Die Wälder in dieser Gegend sind noch immer vermint, alle paar Meter steht ein entsprechendes Warnschild am Straßenrand. Es ist ein komisches Gefühl, da durch zu fahren.
Schließlich haben wir die Küste erreicht und jetzt geht’s wirklich nur mehr nach Hause.

Ein Urlaub mit grandiosen Landschaften und extrem freundlichen Menschen ist leider zu Ende.